Neueste Erkenntnisse

18.03.2020:
Nach einer Ruhephase, hat der Landanstieg in der Umgebung des Vulkans Þorbjörn bei Grindavík erneut begonnen. Allerdings erfolgt er langsamer als im Januar. Kristín Jónsdóttir, Projektmanager beim isländischen Wetteramt, äußert sich wie folgt: „Auch wenn wir wieder Anzeichen für einen Anstieg des Landes sehen, bedeutet dies nicht, dass der Verlauf der Ereignisse um Þorbjörn an Fahrt gewinnt und dass bald ein Ausbruch einsetzt. Es kann durchaus eine große Menge Magma über einen langen Zeitraum, Monate oder sogar Jahre angesammelt werden, bevor es zu einem Ausbruch kommt “

12.03.2020:
Heute, am 12. März um 10:25 ist es zu einem erneuten, deutlich wahrnehmbaren Erdbeben der Stärke 5.2 gekommen.

14.02.2020:
Der Höhepunkt des Erdbeebenschwarm unter Grindavík war offensichtlich am 31.01.2020. An diesem Tag kam es alle 15-20 Minuten zu kleineren Beben. Die Stärksten war spätabends um 21:45:46 Uhr mit einem Wert von 3.4 und um 22:22:21 Uhr mit 4,0. Seitdem verlieren die Beben an Stärke und Intensität. Sie liegen mittlerweile mehrere Stunden auseinander und ereichen maximal einen Wert um die 2. Die Landhebung hält jedoch an. Seit Mitte Januar sind es mittlerweile 5 cm.
Am 14. Februar kommt es um 08:26 Uhr erneut zu einem stärkeren Beben (3.1). Die Anhebung verlangsamt sich jedoch. Experten vertreten aktuell die Meinung, dass diese Aktivität nicht zu einem Ausbruch führen und demnächst ausklingen wird.

Vorab die wichtigsten Informationsquellen:

Wer über die aktuellen vulkanischen Aktivitäten auf dem Laufenden bleiben möchte, findet unter folgenden Links wichtige Informationen dazu:

Þorbjörn bläht sich auf

Gestern Abend (27.1.2020) gab es um 18:53:34 ein erneutes Beben der Stärke 3,1 ca. 5,6 km von Grindavík entfernt. Wie schon die letzten Wochen, kam auch heute die Erde rund um den Ort nicht zur Ruhe. Ein Beben folgte dem nächsten. Ca. 1000 Anwohner wurden am 27. Januar bei einem öffentliches Gemeindetreffen um 16 Uhr in Grindavík über evtl. notwendige Evakuierungsmaßnahmen informiert.

Erdbeben bei Grindavík gestern Abend 27.1.2020, 18:53:34
Email gestern Abend 27.1.2020, 18:53:34
Starke Erdbebenaktivität rund um Grindavík und die Blaue Lagune
Starke Erdbebenaktivität rund um Grindavík und die Blaue Lagune

Ein 45 km langes und 5-15 km breites Vulkansystem durchzieht die Reykjanes-Halbinsel. Die letzte Aktivität war vor fast 800 Jahren zwischen 1210 und 1240 n. Chr. An allen Ecken und Enden stößt man hier unweigerlich seismisch und geothermische Aktivität. Ein aus diesem Grund beliebtes Ausflugsziel ist das nur wenige Kilometer entfernte Seltún (Blogbeitrag: Seltún - Hotspot zwischen den tektonischen Platten). Ebenfalls hier liegt das Geothermal-Kraftwerk Svartsengi. Das berühmte 'Nebenprodukt' des Kraftwerks ist die Blaue Lagune. Diese entstand, eher unbeabsichtigt, durch das Weiterleiten des von der Industrie nicht mehr benötigten Wassers in das benachbarte Lavafeld. Mit der Zeit verschlammte jenes und begann eine Lagune zu bilden. Heute ist die Blaue Lagune eine weltweitbekannte Bade- und Wellnessanlage, für dessen Besuch man unter Umständen Wochen im Voraus reservieren muss.

Und genau diese Lagune sowie der Ort Grindavík sind nun von den geologischen Veränderungen und seismischen Aktivitäten bedroht. Westlich des Berges Thorbjorn bläht sich die Erde ungewöhnlich schnell mit ca. 3-4 mm pro Tag auf. Durch GPS-Messungen als auch auf den InSAR-Bildern kann man bereits einen Anstieg um 2 cm erkennen. Experten vermuteten, dass dies auch eine Anhäufung von Magma in einer Tiefe von nur wenigen Kilometern zurückzuführen ist. Vom Zivilschutz wurde bereits die VONA-Warnstufe ('Volcano Observatory Notice for Aviation') 'gelb' bekannt gegeben.

Grindavík und Blaue Lagune - Bedroht von Vulkanausbruch
Grindavík und Blaue Lagune - Bedroht von Vulkanausbruch

Die verstärkte Aktivität tritt erst seit einer Woche auf. Zum aktuellen Zeitpunkt ist es nicht vorhersehbar, ob es sich zu einer ernsten Gefahr entwickelt oder einfach still und leise aufhört. Experten sind der Meinung, dass es sich, sofern es überhaupt zu einem Ausbruch kommt, sehr wahrscheinlich um langsam fliessende Lava handeln wird. Bei diesem Szenario hätten die Anwohner genügend Zeit das Gebiet zu verlassen. Ein viel gefährlicher, explosiver Ausbruch wird aktuell nicht erwartet. Hier noch einmal die Links mit Informationen über den Stand der Dinge und mögliche Vorsichtsmaßnahmen.

Þorbjörn Grindavíkurvegur, Island 63°51'35.3"N 22°25'53.3"W