Unter der Mitternachtssonne ist nicht alles so idyllisch wie es scheint - oder -

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich wie die Hauptdarstellerin in einem Horrorfilm fühlen würde. In meinem ganzen Leben habe ich erst zwei Filme aus diesem Genre angesehen. 'The Fog- Nebel des Grauens' und zwar die 1980er Version und 'Die Vögel' von Alfred Hitchcock. Beide Male saß ich mit einem Kissen vor dem Gesicht vor dem Fernseher und konnte nicht hinsehen. Nur gut, dass ich damals nicht geahnt habe, dass dieser Horror einmal Wirklichkeit werden sollte...

Weshalb es eine gute Idee ist einen Regenschirm mit nach Island zu nehmen!

In vielen Island-Blogs kann man lesen, dass es keine gute Idee ist einen Regenschirm mit nach Island zu nehmen. Das ist auch richtig, sofern man ihn wirklich als 'Abschirmung gegen den Regen' verwenden möchte. Dafür ist er wirklich absolut ungeeignet. Mag sein, dass er vor den Stadtregen in Reykjavík noch ein bisschen schützt. Weiter außerhalb ist er so nutzlos wie ein die Zeitung von gestern. Heftige Windböen und starker Regen, der eher waagrecht als senkrecht auf Euch einprasselt, werden den Schirm binnen kürzester Zeit über seine Grenzen bringen.

Ganz einfach: Als Schutz vor den im Sommer brütenden, hoch angriffslustigen Küstenseeschwalben (kría ♪)! Den Tipp habe ich erster Hand von einem Isländer bekommen, nachdem ich mich à la Tippi Hedren vor einem mächtigen Schwarm angreifender Schwalben, keuchend über unwegsames Gelände rennend, in Sicherheit gebracht hatte.

Wie vermutlich viele Islandreisende hatte ich die orangen Warnschilder angreifender Vogel zwar wahrgenommen, aber die Gefahr etwas unterschätzt.

Was war passiert?

Es war Juli. Die Mitternachtssonne strahlte verführerisch vom Abendhimmel und so beschloss ich noch ein paar Bilder vom Strand und dem Snæfellsjökull in der Ferne zu machen. Vor mir liefen ein paar Leute mit aufgespannten Regenschirmen und genossen wie ich den traumhaften Sommerabend. Zugegebenermaßen wunderte ich mich ein wenig über die Schirme, dachte mir aber nicht wirklich etwas dabei. Nach einem guten Kilometer bogen die vier auf eine Wiese ab, um querfeldein zur Unterkunft zurück zu gelangen. Das war der Moment, an dem ich die kommende Erfahrung noch vermeiden hätte können. Aber nein, ich bin im Abstand von ca. 200 m einfach hinterhergelaufen.

Binnen kürzester Zeit brach ein ohrenbetäubender Lärm aus. Hunderte Vögel stiegen aus der Wiese auf um zornig kreischend harte Angriffsmanöver gegen uns Menschen zu fliegen. Doch während die Schirme die Gruppe schützten, griffen die Schwalben mich direkt an. Ein leichter Hauch von Panik stieg in mir hoch. Ich begann zu rennen. Blindlings spurtete ich los und versuchte irgendwie den nahen Hügel zu erreichen, da dort der Spuk ein Ende zu haben schien. Köstlich amüsiert wartete die laut lachende Gruppe auf mich.

Es stellte sich heraus, dass unter ihnen der Sohn der Hotelbesitzerin war. An diesem Abend war er aufgebrochen um seinen Freunden 'Die Stelle mit den aggressivsten Küstenseeschwalben' zu zeigen. Er gab mir den Tipp gegen den Offensivflug der Schwalben entweder einen Regenschirm aufzuspannen oder - wenn man keinen hat - irgendetwas mit der Hand über den Kopf zu halten. Sei es eine leere Getränkedose, ein kleiner Stecken oder das Objektiv eines umgedrehten Fotoapparats. Egal! Wichtig ist, dass man sich 'größer' macht. Die Vögel stürzen sich auf den höchsten Punkt und ihr schützt somit Kopf und Körper vor Verletzungen.

Rückblickend war es eine weitere Perle in der Kette meiner Erkenntnisse. Sie gehört zu den Erfahrungen, die ich kein zweites Mal im Leben machen möchte.

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