08. Februar 2024 erneuter Vulkanausbruch nordöstlich von Sýlingarfell

Update: 21:45 Uhr: Es scheint, als würde die Eruption bereits wieder abklingen. Die Reperaturen an der Wasserversorgung sind voll im Gange und man hofft, dass sie morgen abgeschlossen werden können. Die Stromversorgung aus Svarsengi wurde wiederhergestellt und speist nun wieder in das isländische Netz ein.

08. 02.2024

Heute Morgen um 5:30 Uhr begannen seismische Aktivitäten nordöstlich von Sýlingarfell. Etwa 30 Minuten später begann in derselben Gegend eine Eruption. Der neue Spalt liegt in unmittelbarer Nähe zu der Stelle, an welcher der Ausbruch am 18. Dezember erfolgt ist. Diesmal steht wieder die Blaue Lagune und das Kraftwerk in Svartsengi im Zentrum der Gefahr.

Der Spalt erstreckt sich über etwa 3 km von Sundhnúk im Süden bis zum östlichen Ende von Stóra-Scógfell mit Fontänen die eine Höhe von etwa 50-80 m erreichen. Derzeit fließt die Lava hauptsächlich nach Westen. Die Eruptionswolke steigt sogar bis zu einer Höhe von ungefähr 3.000 m. Zu Versorgungsproblemen kam es, als die Lava über eine Heißwasserleitung des Geothermiekraftwerk in Svartsengi floss. Der Zusätzlich ist die Stromversorgung in vielen Teilen des Landes beeinträchtigt. Die Svartsengi-Leitung wurde vom nationalen Stromnetz genommen, nachdem sich die Lava näherte. Gegen Mittag hatte der Lavastrom die Grindavíkurvegur-Straße am Eingang zur Blauen Lagune überquert.

Achtung: Scharfkantige Schlacke

Während des Ausbruchs bildete sich schaumige, blasenförmige Schlacke, ein typisches Eruptivgestein. Diese Schlacke ist äußerst flockig und leicht, was bedeutet, dass sie durch Wind über einen weiten Bereich verteilt werden kann. Die Schlacke kann messerscharf sein. Seid also vorsichtig. Benutzt zum Entfernen der Schlacke vom Auto keine Scheibenwischer oder Tücher, sondern blast sie einfach weg oder spült sie mit einem Wasserstrahl ab.

Livestream (Quelle: youtube.de/ruv.is)
Livestream (Quelle: youtube.de/mbl.is)

Januar 2024 Vulkanausbruch bei Grindavík

20. Januar 2024. Die Eruption ist derzeit vorüber. Nach Aussage von Þorvaldur Þórðarson, einem Professor für Vulkanologie an der Universität Island, deutet alles darauf hin, dass sich auf der Halbinsel Reykjanes erneut Land erhebt. Es wird vermutet, dass sich in derselben Magmakammer bei Svartsengi in einer Tiefe von vier bis fünf Kilometern erneut Magma ansammelt. Þorvaldur Þórðarson erklärt, dass, wenn diese Entwicklung anhält und dies der Grundstein für das nächste vulkanische Ereignis ist.

Obwohl bei dem Ausbruch letzten Sonntag 'nur' drei Häuser von der Lava zerstört wurden, steht die Mittelfristige Bewohnbarkeit von Grindavík in Frage. Mehrere Meter tiefe Gräben durchziehen die Stadt. Es liegt in der Verantwortung des Stadtrats von Grindavík zu entscheiden, welcher Bereich innerhalb der Stadt, wenn nicht die gesamte Stadt, als unbewohnbar betrachtet wird. Es besteht die Möglichkeit, dass plötzlich neue Risse auftreten, wie am 20. Januar geschehen, als sich der Boden unter dem Arbeitslastwagen von Benedikts Jónsson, Klempnermeister in Grindavík, öffnete. Glücklicherweise blieb er unverletzt, aber unter dem Auto bildete sich ein kleines Loch, das mehrere Meter tief war.

15.01.2024 07:00 Uhr Ortszeit: Der Lavafluss aus der Spalte direkt bei Grindavík scheint aufgehört zu haben. Bisher sind drei Häuser von der Lava zerstört worden. Vor einem vierten Haus hat die Lava an der Straße gestoppt. An der Nordspalte strömt weiterhin Lava aus. Der Damm, der die Stadt schützt, hält bisher den Strom nahe zu komplett ab.

14.01.2024 15:00 Uhr Ortszeit: Aktuell beginnt der Lavastrom die ersten Häuser in Grindavík zu zerstören.

14.01.2024 14:00 Uhr Ortszeit: Die Lava des Hagafell-Ausbruchs ist über die Verteidigungsmauer nördlich von Grindavíkurbær geflossen, wo sie Grindavíkurveg überquert.

14.01.2024 12.10 Uhr Ortszeit: Auf dem Livestream ist zu erkennen, dass sich eine neue Spalte direkt vor den Häusern von Grindavík ausgebrochen ist. So wie es auf den Bildern aussieht, werden die Bautrupps abgezogen und verlassen den Einsatzort.

Viele Zuschauer des Livestreams waren zweifellos fasziniert, als plötzlich Autos auftauchten und Menschen Richtung Lava liefen. Zu sehen waren acht Personen, die insgesamt vier Fahrten unternahmen um Arbeitsmaschinen zu retten. Insgesamt gelang es der Gruppe 15 Maschinen zu retten, darunter auch den größten Bulldozer des Landes. Trotz des erheblichen monetären Werts der geretteten Ausrüstung lag das Hauptziel der Gruppe darin, die großen Bulldozer, schweren Bagger und Bukolls zu bergen. Diese sollten weiterhin dazu verwendet werden, einen Schutzwall gegen die Lava zu errichten und Grindavík zu schützen.

Um 7.57 Uhr isländischer Ortszeit hat einneuer Vulkanausbruch begonnen! Der Ausbruchsort liegt in der Kraterreihe Sundhnúkagígar nördlich von Grindavík und südsüdöstlich von Hagafell. Dort hat sich ein Spalt geöffnet, der sich bereits ausdehnt. Die Lava fließt aktuell Richtung BIOEFFECT Greenhouse und ist nur noch wenige Meter davon entfernt. Der Orsteingang von Grindavík liegt nur 1500 m davon entfernt.

Live Webstreams

In einer Zusammenarbeit des Zivilschutzes mit dem isländischen Fernsehsender RÚV sind auf der Halbinsel Reykjanes zwei Webcams installiert worden, die auf Livestreams anzeigen. Eine am Langihryggur und eine am Þorbjörn

Videos

Videos vom Geschehen am 14.01.2004. Das erste zeigt - kurz nach dem Ausbruch - einen Flug über die Erruptionsstelle. Das zweite den Moment als die Lava das erste Haus in Grindavík erreicht.

Flug über die Ausbruchstelle 14.01.2024 (Quelle: mbl.is)
Die Lava erreicht das erste Haus (Quelle: mbl.is)
Ein Team rettet die Baumaschinen (Quelle: mbl.is)
Flug über das Ausbruchsgebiet am 15.01.2024 (Quelle: mbl.is)

Die Stadt kommt nicht zur Ruhe. Nachdem sie beim Ausbruch am 18. Dezember 2023 vom Lavastrom verschont geblieben ist, droht nun ein Ausbruch mitten in der Siedlung.

Kurz vor 3 Uhr morgens begann in Sunhnúksgíga eine heftige Serie kleinerer Erdbeben. In der Region wurden bis zu 200 Erdbeben gemessen und in der letzten Stunde wurden zusätzliche Erdbeben im Zentrum von Grindavík registriert. Die Aktivität hat sich in Richtung Süden und ähneln dem, was am Vorabend des Ausbruchs am 18. Dezember beobachtet wurde. Alles deutet darauf hin, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht.

Ein Ausbruch könnte ohne große Vorwarnung beginnen. Anzeichen dafür, dass Magma an die Oberfläche gelangt, würden sich in plötzlichen, lokalisierten und intensiven mikroseismischen Aktivitäten zeigen. Im Vorfeld des Ausbruchs am 18. Dezember dauerte es von den ersten Anzeichen bis zum Aufstieg des Magmas und dem Beginn der Eruption etwa 90 Minuten.

Erdbeben in Grindavík 14.01.2024
Erdbeben in Grindavík
(Bildquelle: Icelandic Met Office)
Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs
Wo ist die Gefahr eines Ausbruchs am höchsten?
(Bildquelle: Icelandic Met Office)

Grindavík evakuiert

Das isländische Wetteramt hat die Gefahrenbewertungskarte aufgrund der Erdbeben auf der Halbinsel Reykjanes aktualisiert.

Die Anwohner und Notfallhelfer haben Grindavík verlassen. Kurz vor vier Uhr morgens wurden die Bewohner der Stadt evakuiert und kurz nach sechs Uhr auch die Einsatzteams. Auch die Blaue Lagune in Svartsengi wurde komplett geräumt. Die Gäste wurden in umliegende Hotels verteilt.

Die wichtigsten Informationsquellen:

Wer über die aktuellen vulkanischen Aktivitäten auf dem Laufenden bleiben möchte, findet unter folgenden Links wichtige Informationen dazu:

Besuch planen

Für Besucher ist das Gebiet noch nicht zugänglich. Allerdings gibt es alternativ das Angebot mit dem Hubschrauber in einem Helikopterflug zum Ausbruch das Schauspiel völlig entspannt und ohne Gefahr von oben zu genießen. Das Beste daran ist, ihr könnt euch den Flug bereits jetzt sichern und bis zu 24 Stunden vorher kostenfrei stornieren.

Flug nach Island zum Vulkanausbruch

Flüge gibt es bereits ab 250 € für den Hin- und Rückflug von zahlreichen deutschen Flughäfen. Alles zur Anreise mit dem Flugzeug findet ihr unter: Anreise mit dem Flugzeug nach Island.

Die beste Unterkunft für den Besuch des Vulkanausbruchs

Wenn ihr in Keflavík landet, besteht die Möglichkeit, dass ihr bereits einen kostenlosen Flug über die beeindruckende Ausbruchstelle genießen konntet. Der Flughafen befindet sich nur wenige Kilometer von diesem faszinierenden Naturphänomen entfernt und beim Landeanflug überquert man normalerweise das Areal. Auf Grund der Nähe zur neuen Eruption kann es durchaus sinnvoll sein, euren Aufenthalt direkt in der Gegend zu verbringen, anstatt die 50 Kilometer entfernte Hauptstadt Reykjavik anzusteuern.

Auf Grund meiner Erfahrungen bei vorherigen Vulkanausbrüchen empfehle ich euch, frühzeitig eine Unterkunft zu buchen, da diese in der Regel sehr schnell ausgebucht sind. Ihr habt die Möglichkeit, die gewünschte Unterkunft zu reservieren und dabei von der Flexibilität zu profitieren, vielerorts bis zu 24 Stunden vor der geplanten Ankunft kostenfrei stornieren zu können. Auf diese Weise sichert ihr euch nicht nur euren Aufenthalt, sondern behaltet auch die Freiheit, eure Pläne anzupassen.

 

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