JÓLAKÖTTURINN
Björk und die Weihnachtskatze

24. Dezember, 2019

Der Zugang zu einer Sprache funktioniert bei mir unter anderem über Musik. Stures Pauken von Vokabeln war für mich nie motivierend. Musik zu hören dagegen schon. Statt für die nächste Abfrage lektionsweise Wörter zu lernen, übersetzte ich viel lieber Liedtexte aus der Originalsprache ins Deutsche. Dem Schulsystem und somit den Lehrern war das bei Lernzielkontrollen ziemlich egal. Die jeweilige Sprache habe ich jedoch trotz, oder vielleicht auch gerade wegen schlechter Noten gelernt.

Aus dieser Zeit geblieben ist der Spaß am Übersetzen von Songtexten. Die deutsche Übersetzung der Jólaköttur ♪ - Weihnachtskatze hat mir einiges an Kopfschmerzen bereitet und ist nach bestem Wissen erstellt. Sollte hier zufällig jemand einen Fehler entdecken, würde ich mich über eine Nachricht per EMail freuen.

Erschienen: 1987

Das Lied ist die Vertonung eines Gedichts des isländischen Schriftstellers Jóhannes úr Kötlum (1899–1972), einem der bekanntesten und beliebtesten Schriftsteller Islands.

Þið kannist við jólaköttinn,
– sá köttur var gríðarstór.
Fólk vissi ekki hvaðan hann kom
eða hvert hann fór.

Hann glennti upp glyrnurnar sínar,
glóandi báðar tvær.
– Það var ekki heiglum hent
að horfa í þær.

Kamparnir beittir sem broddar,
upp úr bakinu kryppa há,
– og klærnar á loðinni löpp
var ljótt að sjá.

Þvi var það að konurnar kepptust
við kamba og vefstól og rokk,
og prjónuðu litfagran lepp
eða lítinn sokk.

Því kötturinn mátti ekki koma
og krækja í börnin smá
– Þau urðu að fá sína flík
þeim fullorðnu hjá.

Og er kveikt var á jólakvöldið
og kötturinn gægðist inn,
stóðu börnin bísperrt og rjóð,
með böggulinn sinn.

Hann veifaði stélinu sterka,
hann stökk og hann klóraði og blés,
– og var ýmist uppi í dal
eða úti um nes.

Hann sveimaði, soltinn og grimmur,
í sárköldum jólasnæ,
og vakti í hjörtunum hroll
á hverjum bæ.

Ef mjálmað var aumlega úti
var ólukkan samstundir vís
Allir vissu´, að hann veiddi menn
en vildi ekki mýs.

Hann lagðist á fátæka fólkið,
sem fékk enga nýja spjör
fyrir jólin – og baslaði og bjó
við bágust kjör.

Frá því tók hann ætíð í einu
allan þess jólamat,
og át það svo oftast nær sjálft,
ef hann gat.

Þvi var það að konurnar kepptust
við kamba og vefstól og rokk,
og prjónuðu litfagran lepp
eða lítinn sokk.

Sum höfðu fengið svuntu
og sum höfðu fengið skó,
eða eitthvað, sem þótti þarft,
– en það var nóg.

Því kisa mátti engan eta,
sem einhverja flíkina hlaut. –
Hún hvæsti þá heldur ljót
og hljóp á braut.

Hvort enn er hún til veit ég ekki,
– en aum yrði hennar för,
ef allir eignuðust næst
einhverja spjör.

Þið hafið nú kannski í huga
að hjálpa, ef þörf verður á.
– Máske enn finnist einhver börn
sem ekkert fá.

Máske, að leitin að þeim sem líða
af ljós-skorti heims um ból,
gefi ykkur góðan dag
og gleðileg jól.

Du kennst die Weihnachtskatze
- diese Katze ist sehr groß.
Wir wissen nicht, woher sie kommt
oder wohin sie gegangen ist.

Sie öffnete ihre beide Augen weit
und leuchtend.
In sie zu schauen
ist nichts für Feiglinge.

Ihre Schnurrhaare so scharf wie Nadeln,
ihr Rücken hoch gekrümmt
und die Krallen an ihren haarigen Pfoten
waren schrecklich anzusehen.

Deshalb wetteiferten die Frauen
mit dem Kamm und dem Webstuhl und dem Spinnrad
und strickten bunte Kleider
oder eine kleine Socke.

Denn die Katze konnte nicht kommen
und die kleinen Kinder holen
Sie mussten sich neue Kleider
von den Erwachsenen besorgen.

Als das Licht an Heiligabend angezündet wurde
und die Katze ins Innere schaute,
standen die Kinder mit ihren Geschenken
aufrecht und rotbackig

Sie wedelte mit ihrem dicken Schwanz
sprang, kratzte und fauchte
und war entweder im Tal
oder draußen an der Landspitze

Sie schwebte hungrig und grausam
im schrecklich kalten Weihnachtsschnee umher
und entzündete in jeder Stadt
die Herzen mit Angst.

Wenn man draußen ein schwaches "Miauen" hörte,
dann war das Unglück sicher, denn
alle wussten, dass sie Männer jagte
und keine Mäuse wollte,

Sie folgte den ärmeren Menschen,
die kurz vor Weihnachten
keine neue Kleidung bekommen haben
und versuchten in ärmsten Verhältnissen zu leben

Von ihnen nahm sie gleichzeitig
das ganze Weihnachtsessen
und wenn sie konnte,
aß sie diese auch selbst

Deshalb wetteiferten die Frauen
mit dem Kamm und dem Webstuhl und dem Spinnrad
und strickten bunte Kleider
oder eine kleine Socke.

Manche hatten eine Schürze bekommen
und einige hatten einen neuen Schuh
oder irgendetwas, das notwendig schien,
aber das war genug.

Alle, die ein neues Kleidungsstück bekommen hatten,
entkamen dem Griff dieser Katze.
Sie zischte mit ihrer hässlichen Stimme
und ging ihres Weges.

Ich weiß nicht, ob sie noch existiert,
aber ihre Reise wäre umsonst,
wenn jeder nächstes Weihnachten
einige neue Kleidungsstücke bekommen würde

Vielleicht solltest du darauf achten,
wo Hilfe gebraucht wird.
Vielleicht findest du ein paar Kinder,
die gar nichts bekommen.

Vielleicht bringt euch die Suche nach jenen,
die in einer lichtlosen Welt leben
einen schönen Tag
und frohe Weihnachten

Das Lied gibt es auch von weiteren Künstlern in jeweils individuellen Interpretationen, wie zum Beispiel die Versionen von Jakob Smári Magnússon und Ragnheiður Gröndal.

Gleðileg jól!

Weitere Blogs rund um Weihnachten

Julkekse in Form der isländischen Weihnachtskatze Jólakötturinn backen...


Zum Julkekse Rezept >>

Weihnachten steht schon wieder vor der Tür. Was könnte man einem waschechten Islandfan schenken?

Zu den Geschenkideen >>